AYURVEDA - KONSTITUTIONEN

AYURVEDA KONSTITUTIONEN

Im Ayurveda besteht Alles im Universum aus den sog. neun Substanzen (Dravyas): den fünf Elementen („Pancamahabhutas“), dem Geist „Manas“, der Seele „Atman“, dem Raum „Dik“ und der Zeit „Kala“. Die fünf Elemente – Wasser, Erde, Feuer, Luft und Äther – sind in jedem Stoff in unterschiedlicher Proportion vertreten, sodass sich jeder Stoff durch seine Anteile dieser Elemente kategorisieren lässt. Demzufolge sind auch alle Lebewesen aus diesen Elementen zusammengesetzt.

Das Leben ist gemäß dem Ayurveda eine Einheit von Körper, Sinnen, Verstand und Seele. Zentral ist dabei das Verständnis um die Natur des Individuums und seiner genetischen Anlagen. Die Konstitution (Natur eines Individuums) wird nicht einfach als „Typ" anhand eines Fragebogens bestimmt, sondern gründlich erforscht. Dabei werden körperliche und geistige, stabile und variable Merkmale sowie örtliche, zeitliche und familiäre Faktoren durchleuchtet. Es werden 7 körperliche und 16 geistige Konstitutionstypen unterschieden.

In der Typologie spricht man von drei unterschiedlichen Funktionsprinzipien, den sogenannten DOSHA:

  • Vata (Wind, Luft und Äther)    - das Bewegungsprinzip
  • Pitta (Feuer und Wasser)        - das Feuer- bzw. Stoffwechselprinzip
  • Kapha (Erde und Wasser)       - das Strukturprinzip

Dosha bedeutet wörtlich übersetzt „Fehler(potential)“.
Nach ayurvedischer Vorstellung kommen diese Doshas in jedem Organismus vor und ermöglichen gemeinsam alle Vorgänge des Organismus. In einem gesunden Organismus befinden sich diese „Energien“ in einem harmonischen Gleichgewicht. Sind sie im Ungleichgewicht, können Fehler im System entstehen.
Generell bestehen in jedem Individuum zwei vorherrschende Doshas, seltener sind alle drei gleich stark ausgeprägt. Welche Doshas bei einem Menschen vorherrschen ist von hoher Bedeutung, weil jeder Typ andere Medikamente und Behandlungen benötigt.

Der Mensch setzt sich aus den drei Doshas, den sieben Basisstoffen (Nährsaft „Rasa“, Blut „Rakta“, Fleisch „Mamsa“, Fett „Meda“, Knochen „Asthi“, Mark „Majja“ und Fortpflanzungsgewebe „Shukra“) und den Abfallstoffen des Körpers (Fäkalien, Urin, Schweiß) zusammen. Das Wachsen und der Verfall des Menschen und seiner Bestandteile hängen mit der Nahrung zusammen aus der Basisstoffe „Dhatu“, und Abfallprodukte „Mala“, entstehen. Nahrungsaufnahme, Verarbeitung, Absorption, Assimilation und Stoffwechsel haben Auswirkungen auf Gesundheit und Krankheit, die maßgeblich von physiologischen und psychischen Mechanismen und vom Element Feuer (Agni) beeinflusst werden.

Wer bin ich?  -  Vata, Pitta oder Kapha

Etwa 90% aller Klienten möchten in ihrem Erstgespräch mit einem Ayurveda Therapeuten wissen welcher Typ sie sind.
Durch das Verständnis von Konstitutionen und Naturellen können Sie tatsächlich mehr Gesundheit, Tiefe und Sinnerfüllung in Ihr Leben und Ihre Beziehungen bringen. Um dies zu erreichen, müssen Sie sich auf einen längeren Weg zu Ihrem Wesenskern begeben.
Im Ayurveda unterscheiden wir eine Erstanalyse von der konstitutionellen Tiefenanalyse. Die Erstanalyse ist Teil einer ayurvedischen Erstkonsultation und ermöglicht einen ersten Eindruck des Menschen hinter seinen aktuellen Zustand. Die Tiefenanalyse berücksichtigt zusätzlich die gesamte Biographie des Menschen.

Individuelle Natur

Die Konstitution heißt im Sanskrit „Prakriti" und wird wörtlich mit „Natur" übersetzt. Es handelt sich also um die Natur eines Individuums, das Naturell mitsamt allen Anlagen. Bevor wir diese Natur von Menschen bestimmen, sollten wir uns darüber bewusst werden, wie sie überhaupt entsteht und welche Faktoren zu ihrer Prägung beitragen. Je tiefer Sie in dieses Thema eintauchen, desto mehr Respekt und Demut vor den Gesetzen der Natur werden Sie entwickeln.

Die körperliche Konstitution  -  Deha Prakriti

Die Körperkonstitution wird gemäß Dominanz der drei Funktionsprinzipien Vata, Pitta und Kapha ermittelt. Es werden drei Grundnaturelle (Vata, Pitta, Kapha), drei Mischnaturelle (Vata-Pitta, Vata-Kapha, Pitta-Kapha) und ein ausgeglichenes Naturell (Vata-Pitta-Kapha) unterschieden. Ziel ist die dynamische Balance der drei Prinzipien, die Gesundheit garantiert.

Vata Konstitution
Elemente: Luft und Raum
Kerneigenschaften: leicht, kalt, trocken und mobil
Körperbau: eher schmal und feingliedrig

Pitta Konstitution
Element: Feuer
Kerneigenschaften: heiß, leicht, akut und scharf
Körperbau: athletisch von mittlerer Statur

Kapha Konstitution
Elemente: Wasser und Erde
Kerneigenschaften: sind schwer, üppig, feucht und kalt
Körperba: kräftig und stabil

Die geistige Konstitution  -  Manasa Prakriti

Die Geisteskonstitution wird gemäß Dominanz der drei mentalen Eigenschaften Sattva, Rajas und Tamas ermittelt. Es werden insgesamt 16 Arten - sieben Arten von Sattva, sechs Arten von Rajas und 3 Arten von Tamas - unterschieden. Im Unterschied zum Körpermodell wird keine Gleichgewichtigkeit angestrebt, das Ziel ist ausschließlich die Maximierung von Sattva.

Die Sattva Konstitution ist durch Harmonie, Intelligenz, Klarheit, Frieden und Freiheit gekennzeichnet. Alles Geistesfakultäten befinden sich in bestem Zustand. Sattva repräsentiert die Qualitäten unterscheidender, höher entwickelter Menschen.

Grundprinzipien der Konstitutionsanalyse

  • Konstitutionen werden nicht bestimmt, sondern erforscht.
  • Es gibt eine Körperkonstitution und eine Geisteskonstitution.
    Beide sind interdependent, können aber auch isoliert erforscht werden.
  • Die geistige Konstitution beeinflusst das Erscheinungsbild der Körperkonstitution.
  • Konstitutionen zeigen sich v.a. anhand von Reaktionen auf intensive Reize.
  • Es gibt stabile und variable Merkmale unterschiedlicher Relevanz in einer Konstitution.
  • Konstitutionsmerkmale prägen sich gemäß Lebensetappe unterschiedlich aus und können sich verändern.
  • Die Bewertung von Merkmalen entsteht durch Vergleich innerhalb einer Ethnie.
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